Gemeindetreff – was nun?

Diakonie vor Ort - das war die Leitidee für den Kirchenvorstand im Jahr 1998. Damals haben wir einstimmig beschlossen, den Bau einer behindertengerechten Wohnung in Eysölden durchzuführen. Die Landessynode hatte kurz vorher beschlossen: „Wir wollen belasteten, körperlich und seelisch kranken Menschen in Krisen, Konflikten und Nöten des Lebens zur Seite stehen und mit ihnen nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Der Dienst am Nächsten geschieht als Hilfe von Mensch zu Mensch in den Kirchengemeinden…“

Dieser Leitgedanke wurde von Pfarrer Schönauer und dem KV aufgegriffen, vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass zu jenem Zeitpunkt ein Bedarfsfall bei einem Mitglied unserer Kirchengemeinde vorlag. Durch den Verkauf eines kirchlichen Grundstückes war die finanzielle Voraussetzung gegeben und so wurde die Idee umgesetzt, Menschen mit Behinderung, ob jung oder alt, in ihrer Gemeinde verwurzelt bleiben zu lassen. Perfekt gelungen ist uns die Umsetzung nicht, dennoch konnten Menschen mit Behinderung jahrelang in unserer Gemeinde leben.

Dieser Leitsatz und die heutige Zeit?

Ich sehe das Altersproblem immer mehr auf uns zukommen. Menschen in meinem Alter bauen sich behindertengerechte Bäder und möchten so lange wie möglich zu Hause bleiben. Auch ich möchte das. Aber was ist mit den sozialen Kontakten? Vereinsamung ist das Problem unserer Zeit. In England, so habe ich in der Zeitung gelesen, wird ein Ministerium für dieses Problem eingerichtet. Vor kurzem war die Schlagzeile in unserer Zeitung „Einsamkeit schlägt auf den Magen“, in Nürnberg wird deshalb einmal pro Woche für Senioren gekocht. Der Grünen Politiker Krahl referiert in Roth zu diesem Thema und plädiert mit Nachdruck dafür, Hilfe für die zu Hause betreuten Pflegebedürftigen bereitzustellen, damit die gewohnte Umgebung erhalten bleibt. Hier sind seiner Meinung nach auch die Kommunen in der Pflicht. Ich teile diese Meinung.

Eine Tagespflege bei uns in Eysölden vor Ort, das ist meine Idee. Schon der Name Gemeindetreff sagt aus: Hier treffen sich Jung und Alt in der Gemeinde. Die Vision: Wir haben ein behindertengerechtes Gebäude, in dem sich unsere Generation zur Tagespflege trifft. Wir kennen einander, es gibt eine gewisse Vertrautheit, ich sitze nicht mit Fremden zusammen und am Ende des Tages kann ich zurück nach Hause. Wer Besuche in Altenheimen gemacht hat, kennt das Problem mit der Sehnsucht nach den vertrauten Räumen. Unsere Kinder sind dankbar, dass wir für einige Stunden betreut werden und haben ein wenig Freiraum.

Aber: Unser schönes Gebäude, als Begegnungszentrum gedacht, soll nun aus der Verantwortung der Kirchengemeinde verschwinden. Wir verfügen nämlich in Eysölden über einen gewissen Immobilienreichtum, der nicht weiter tragbar ist, so der Kern der Aussagen der Landeskirche. Deshalb übernimmt sie dafür keine Kosten mehr.

Aus all diesen Beweggründen habe ich den Kirchenvorstand gebeten, den Verkauf des Gemeindetreff für ein halbes Jahr zurückzustellen. Während dieser Zeit übernehme ich die Unterhaltskosten für das Gebäude und bemühe mich nach Kräften, einen Träger für die beschriebene Tagespflege, vielleicht in kleinerer Form, zu finden, denn ohne eben diesen wird es nicht funktionieren, gleichgültig ob kirchlich oder kommunal. Meine Anfrage bei der Diakonie Weißenburg läuft.

2018 08 28 Gemeindetreff St. Thomas 7

Und jetzt? Was kann ich noch tun? Ich allein? Nichts. Was mir fehlt, ist ein Team aus Menschen, die meine konkrete Idee gut finden und mittragen, Menschen, die den ursprünglichen Gedanken wieder aufgreifen und bereit sind mitzuarbeiten. Zum Erhalt des Gebäudes, aber in erster Linie für Menschen. Diakonie ist per Definition Dienst am Menschen aus einer christlichen Grundhaltung heraus.

Bitte unterstützen Sie mich, wenn Sie meiner Meinung sind!

Irmgard Kreichauf
Tel.:
09173-1772
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